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Firmengeschichte

1930

Die älteste Erwähnung einer „Firma Winter“ im Adressbuch der Stadt Braunschweig stammt aus dem Jahre 1930: Fliesenhaus Braunschweig GmbH, Geschäftsführer Gregor Winter (Senior), Kontor und Ausstellung, Giselerwall 2, Lager und Bahnanschluss, Fabrikstraße


1950

Wahrscheinlich bedingt durch Krieg und Zerstörung wird jetzt angezeigt: Gesellschaft für Baumaterial Gregor Winter und Sohn, Wendenmaschstr. 13. Der Sohn von Gregor Winter hieß ebenfalls Gregor. Er war Dipl.-Ing. für Hoch- und Tiefbau.


1952

Vater und Sohn kamen miteinander nicht klar, und so gründete Gregor Winter jun. am 1. April 1952 seine eigene Firma, die Dipl.-Ing. Gregor Winter Fliesengroßhandel und Fliesenausführungen in der Eichtalstraße 9 a in Braunschweig.

Das Unternehmen entwickelte sich als reiner Verlegebetrieb. Mangels Arbeit in Braunschweig wurde eine Niederlassung in Düsseldorf gegründet. Fliesenhandel war zu dieser Zeit in Braunschweig sehr schwierig, da es mit der Marienberger Mosaikplattenfabrik einen Fliesenhersteller gab und fast jeder (direkt oder indirekt) jemanden im Werk kannte, der günstig Fliesen besorgen konnte.


1968

Das änderte sich 1966 nach dem Konkurs der Fliesenfabrik. Kaufmann Reinhard Hecker fängt als Angestellter an, mit dem Auftrag, ein Handelsgeschäft aufzubauen. Altersbedingt wollte Gregor Winter sich etwa 1975 zur Ruhe setzen und so gründete man am 1. Januar 1972 zunächst eine OHG zu gleichen Anteilen.

1976

Reinhard Hecker übernimmt am 1. März 1976 die Firma, Gregor Winter scheidet aus und verstirbt im selben Jahr im Alter von 70 Jahren. Firmenname jetzt: Dipl. Ing. Gregor Winter, Inhaber Reinhard Hecker. Zusammen mit seiner Frau Monika und Mitarbeitern, die auch heute noch das Rückrat der Firma bilden, gelingt eine stetige Weiterentwicklung. Frau Irmtraud Winter bleibt bis ins hohe Alter der Firma aufs Engste verbunden. Sie verstirbt im Jahr 1986.

1980

Eröffnung der ersten größeren Fliesenausstellung, die es zu dieser Zeit in Braunschweig gab, auf 450 qm, mit Anwendungskojen und Großtafeln.

1990

Bau einer neuen 650 qm großen, modernen Fliesenausstellung.

1994

Christian Hecker beginnt eine Lehre als Fliesenleger-Lehrling und beendet diese im Juli 1996 erfolgreich. Von November 1996 bis Juli 1998 folgt die Ausbildung zum Betriebswirt des Handwerks.

2000

Erweiterung der vorhandenen Fliesenausstellung auf jetzt 850 qm Fläche.

2002

2.1.2002, die Fliesenverlegung wird in die selbstständige Firma Fliesen Winter Verlegetechnik GmbH ausgegliedert. Die alleinige Geschäftsführung wird dem langjährigen Mitarbeiter und Fliesenlegermeister Jens Ollech übertragen.

29.11.2002, Gründung der Fliesen Winter Handelsgesellschaft mbH, die das operative Handelsgeschäft übernimmt. Geschäftsführer sind Reinhard und Christian Hecker

2004

Die Fliesen Winter Handelsgesellschaft mbH wird Mitglied der Keramik Orion, einer großen Einkaufskooperation mit Handelspartnern in Deutschland, Dänemark, den Niederlanden, Belgien, Österreich und der Schweiz. Mit Hilfe der Keramik Orion werden die Kontakte zu Herstellern in aller Welt weiter ausgebaut.

2007

1.3.2007, Eröffnung der Ausstellung GODERSA auf dem Gelände der Firma Fliesen Winter. Gemeinsam mit 4 Partnern werden auf 350 qm außergewöhnliche Ideen für schönes Wohnen gezeigt.

2008

Die Fliesen Winter Handelsgesellschaft mbH nimmt Sanitär in das Sortiment auf. „Bäder aus einer Hand“ können nun geliefert und zusammen mit kompetenten Handwerkspartnern umgesetzt werden.

2009

Die Ausstellung im Hause Fliesen Winter wird umfassend überarbeitet - es entstehen mehr als 30 komplett eingerichtete Musterbäder.

2012

Fliesen Winter feiert 60 jähriges Bestehen.
Die Ausstellung GODERSA wird konzeptionell und baulich komplett überarbeitet.

Die Schwesterfirma GODERSA BAD & SPA GmbH wird gegründet. Die Firma übernimmt den Handel mit Sanitär und Gaskaminen. Schwerpunkt der GODERSA BAD & SPA GmbH ist die Planung und Umsetzung vom „Bad aus einer Hand“.

2015

Ein überdachtes Hochregal mit rund 750 Paletten-Stellplätzen wird gebaut. Somit können jetzt über 2.000 Paletten Fliesen und Bauchemie eingelagert werden.

Die Geschichte der Fliesenproduktion in Braunschweig

In Braunschweig wurden früher gute Fliesen produziert!

Wer erinnert sich noch an die „Marienberger Mosaikplattenfabrik AG, Werk Broitzem“? Oder noch früher, an die Firma Bautler? Aber der Reihe nach:
 
1873 gründete Hans Bautler eine Dampfziegelei, und zwar da wo er guten Ton fand, in Braunschweig-Broitzem. Dort stellte er zunächst Ziegelsteine her.

Ab 1910 werden feinkeramische Erzeugnisse hergestellt. Absolut wetterfestes Steinzeugmaterial, heute würde man sagen frostsicher, mit Scharffeuer-Kunstglasuren, rotbraunes Terracottamaterial, glasierte und unglasierte Baukeramik, spezielle Bodenplatten und plastische Keramik wie Figuren an Portalen, Brunnen oder Empfangsgebäuden.

Aus diesem Werk stammen die Wandfliesen im Gebäude der Bezirksregierung in Braunschweig am Bohlweg.

Das Unternehmen erarbeitete sich mit hoher Qualität einen guten Ruf bei Architekten und Auftraggebern in Deutschland und darüber hinaus.

Leider wurde das Werk, wahrscheinlich in den Folgen des 1.Weltkriegs, 1917 stillgelegt.

1921 gründete das in Marienberg in Sachsen (Gründungsjahr 1890) ansässige Stammwerk einen Zweigbetrieb in den Gebäuden der 1917 stillgelegten Wandfliesenfabrik Bautler & Co. in Broitzem bei Braunschweig.

Nur das Broitzemer Werk der Marienberger Mosaikplattenfabrik konnte nach dem 2. Weltkrieg die Produktion wieder aufnehmen, weil die Sowjets 1945 das Hauptwerk in Sachsen demontierten (Reparation).
 
Nach der Währungsreform stieg das Broitzemer Werk zu einem bedeutendem Fliesenhersteller in der Bundesrepublik Deutschland auf. Sein Marktanteil an Wandfliesen betrug 1958 ca. 14 % und an Bodenfliesen ca. 4 % der deutschen Produktion. Man legte grössten Wert auf Qualität. Bei den patentierten „kalibrierten Wandfliesen“ mit bestmöglicher Massgenauigkeit war man Marktführer. In der Blütezeit des Unternehmens beschäftigte man fast 1000 Arbeitnehmer und war damit einer der größten Arbeitgeber im Landkreis Braunschweig.

Die in einem Werk in Boizenburg an der Elbe produzierten „DDR-Devisenbringer“ und Italien-Billigimporte bewirkten Umsatz- und Gewinneinbuße. Der gute Ruf der Firma, welche die Rohstoffe Ton, Kaolin, Quarzsand und die Glasuren für die Farbgebung der Fliesen immer in allerbester Qualität
einzukaufen pflegte, ging dahin, als man auf die „billige Linie“ umschwenkte.

Gespart wurde auch, weil man die alten Produktionsanlagen nicht früh genug durch moderne ersetzte. Die Qualität der Produkte ließ so sehr nach, dass man an Reklamationen zu ersticken drohte. Das Werk geriet in die Verlustzone und entschloss sich erst dann zum Bau neuer Anlagen, als es bereits zu spät war.

Der Probelauf der neuen Anlage endete 1966 im Fiasko. Die Bank war nicht mehr bereit, sich für das Werk zu engagieren. Im September 1966 wurde das Konkursverfahren eröffnet. Nach der Konkurseröffnung kaufte der Fachverband der keramischen Wand- und Bodenfliesenindustrie den Betrieb auf und ließ ihn ausschlachten, um so für immer eine Konkurrenz für die übrigen deutschen Wand- und Bodenfliesenwerke auszuschalten.

Nach Verkauf aller Vermögenswerte und des 20 ha Grundbesitz konnten alle Gläubiger abgefunden werden.
 
Jeder, der bei der Sanierung alter Fliesenbeläge eine abgestemmte Fliese mal von hinten betrachtet und dabei das stilisierte „M“ sieht, sollte sich an die keramische Vergangenheit aus dem Braunschweiger Land erinnern!
 
Nach Aufzeichnungen von Heimatpfleger Dieter Heitefuß und Herrn Gisbert Goldfuß. Zusammengefasst von Reinhard Hecker.